top of page

Unfallversicherung einfach erklärt

Jan P. Pommerening
8. Okt.
6 Min. Lesezeit


Eine aktive Person spielt in der Freizeit Tennis, Freizeitunfälle sind über die private Unfallversicherung abgesichert.

Eine Unfallversicherung zahlt, wenn ein Unfall zu einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung führt. Sie springt auch dann ein, wenn der Unfall in der Freizeit passiert, und schließt damit eine Lücke, die die gesetzliche Unfallversicherung lässt, denn diese schützt nur bei Arbeits und Wegeunfällen. Dieser Beitrag erklärt, wie die private Unfallversicherung funktioniert, aus welchen Bausteinen sie besteht, für wen sie besonders sinnvoll ist und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Als unabhängiger und bewährter Ansprechpartner in Bad Kreuznach ordnet die ProClient FINANZ GmbH für Sie ein, ob und in welchem Umfang dieser Schutz zu Ihrer Lebenssituation passt.





Was ist eine Unfallversicherung überhaupt?


Die private Unfallversicherung ist eine Versicherung, die finanzielle Folgen eines Unfalls abfedert. Als Unfall gilt dabei ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, das zu einer Gesundheitsschädigung führt. Der Sturz von der Leiter, ein Treppensturz, ein Fahrradunfall oder eine Verletzung beim Sport sind typische Beispiele. Entscheidend ist, dass die private Unfallversicherung rund um die Uhr gilt, also im Beruf, im Haushalt, im Straßenverkehr und in der Freizeit.

Davon zu unterscheiden ist die gesetzliche Unfallversicherung. Diese schützt Arbeitnehmer, Auszubildende, Schüler und Studierende, aber nur bei Unfällen, die mit der beruflichen Tätigkeit oder dem Weg dorthin zusammenhängen. Der weitaus größere Teil aller Unfälle passiert jedoch in der Freizeit und im Haushalt, und genau hier besteht ohne private Absicherung eine Lücke. Die private Unfallversicherung ist die Antwort auf diese Lücke.

Oft wird die Unfallversicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung verwechselt. Der Unterschied ist grundlegend: Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, unabhängig davon, ob die Ursache ein Unfall oder eine Krankheit ist. Die Unfallversicherung leistet nur bei Unfällen, dafür aber unabhängig vom Beruf. Beide Produkte verfolgen damit unterschiedliche Ziele und schließen sich nicht aus.



Warum ist das Thema wichtig?


Die meisten Menschen unterschätzen, wie viele Unfälle außerhalb der Arbeit geschehen. Der größere Teil ereignet sich zu Hause, beim Sport oder unterwegs in der Freizeit. Führt ein solcher Unfall zu einer dauerhaften Beeinträchtigung, entstehen schnell hohe Kosten, etwa für den behindertengerechten Umbau der Wohnung, für ein anderes Auto, für Hilfsmittel oder für eine Umschulung. Gleichzeitig kann das Einkommen sinken, wenn die bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich ist.

Für diese Folgen kommt niemand automatisch auf. Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Freizeitunfällen nicht, und die Krankenversicherung zahlt zwar die Heilbehandlung, nicht aber den Umbau der Wohnung oder den Verdienstausfall. Eine private Unfallversicherung stellt im Fall einer dauerhaften Beeinträchtigung eine Kapitalsumme oder eine Rente bereit, mit der sich diese Belastungen auffangen lassen. Wer das Risiko kennt, kann bewusst entscheiden, ob er diese Lücke schließen möchte.



Wie funktioniert die Unfallversicherung grundsätzlich?


Das Herzstück der Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung. Führt ein Unfall zu einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung, zahlt die Versicherung eine Leistung, deren Höhe sich nach dem Grad der Invalidität richtet. Dieser Grad wird nach einer festen Tabelle bemessen, der sogenannten Gliedertaxe. Sie ordnet jedem Körperteil einen Prozentsatz zu. Der Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit einer Hand führt beispielsweise zu einem anderen Prozentsatz als der eines Fingers oder eines Beins.

Aus der vereinbarten Versicherungssumme und dem festgestellten Invaliditätsgrad ergibt sich die Auszahlung. Viele Verträge enthalten zusätzlich eine Progression. Das bedeutet, dass die Leistung bei schweren Beeinträchtigungen überproportional steigt, weil gerade dort der finanzielle Bedarf am größten ist. Eine Grundsumme von 100.000 Euro kann sich durch eine hohe Progression bei vollständiger Invalidität auf ein Mehrfaches erhöhen.

Wichtig sind außerdem die Fristen. Die Beeinträchtigung muss in der Regel innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Unfall eingetreten und ärztlich festgestellt sein. Wer die Meldefristen versäumt, riskiert seine Ansprüche. Deshalb gehört die Kenntnis dieser Fristen zu einem sauberen Vertrag dazu.



Die wichtigsten Bausteine oder Leistungsarten


Eine Unfallversicherung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die je nach Bedarf vereinbart werden. Die folgenden sind die wichtigsten.



Invaliditätsleistung und Gliedertaxe


Die Invaliditätsleistung ist der zentrale Baustein. Ihre Höhe hängt von der vereinbarten Grundsumme und der Gliedertaxe ab. Eine gute Gliedertaxe bewertet die einzelnen Körperteile großzügiger als der Standard und führt dadurch im Schadenfall zu höheren Leistungen. Ein Blick auf diese Tabelle lohnt sich, weil hier die Unterschiede zwischen den Tarifen erheblich sind.



Progression


Mit der Progression steigt die Leistung bei schweren Beeinträchtigungen überproportional an. Sie sorgt dafür, dass gerade bei hoher Invalidität ausreichend Kapital zur Verfügung steht, ohne dass die Grundsumme von Anfang an sehr hoch und damit teuer sein muss. Üblich sind Progressionsstufen, die die Leistung bei voller Invalidität vervielfachen.



Unfallrente


Statt oder zusätzlich zur einmaligen Kapitalzahlung lässt sich eine lebenslange oder befristete Unfallrente vereinbaren. Sie wird in der Regel ab einem bestimmten Invaliditätsgrad gezahlt und sichert ein laufendes Einkommen, wenn die Beeinträchtigung besonders schwer ist. Für Familien mit laufenden Verpflichtungen kann diese Rente eine sinnvolle Ergänzung sein.



Todesfallleistung


Führt ein Unfall zum Tod, zahlt die Versicherung eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen. Dieser Baustein ersetzt keine vollwertige Lebensversicherung, kann aber helfen, die ersten finanziellen Folgen abzufedern. Für die umfassende Absicherung von Angehörigen bleibt die Risikolebensversicherung das passende Instrument.



Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld und Bergungskosten


Ergänzende Bausteine runden den Schutz ab. Krankenhaustagegeld wird für jeden Tag im Krankenhaus gezahlt, Genesungsgeld für die anschließende Erholungszeit. Bergungskosten übernehmen die Kosten für Rettung und Bergung, etwa nach einem Unfall in den Bergen. Auch Leistungen für kosmetische Operationen nach einem Unfall sind häufig einschließbar.



Für wen ist das besonders relevant?


Nicht für jede Person hat die Unfallversicherung dasselbe Gewicht. Besonders sinnvoll ist sie in diesen Situationen:

  • für Kinder, die im Alltag und beim Spielen vielen Unfallrisiken ausgesetzt sind und noch keine eigene Absicherung über den Beruf haben

  • für Menschen in handwerklichen oder körperlich fordernden Berufen mit erhöhtem Unfallrisiko

  • für aktive Freizeitsportler, bei denen Verletzungen häufiger vorkommen

  • für Selbstständige und Hausfrauen oder Hausmänner, die nicht über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind

  • für ältere Menschen, bei denen Stürze schwerere Folgen haben können

  • als Ergänzung für alle, die keine oder nur eine geringe Berufsunfähigkeitsabsicherung haben

Ein kurzes Beispiel zur Veranschaulichung: Wer als Dachdecker arbeitet und in der Freizeit klettert, trägt ein deutlich höheres Unfallrisiko als jemand mit Bürotätigkeit und ruhigen Hobbys. Für die erste Person ist der Schutz oft wichtiger und sollte großzügiger bemessen sein. So zeigt sich, dass die passende Absicherung immer von der konkreten Lebenssituation abhängt.




Typische Fehler, Irrtümer oder Denkfallen


Rund um die Unfallversicherung halten sich einige Irrtümer, die zu Fehlentscheidungen führen können:

  • der Glaube, die gesetzliche Unfallversicherung schütze auch in der Freizeit, was nicht zutrifft

  • die Unfallversicherung als Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung zu sehen, obwohl sie nur Unfälle und nicht Krankheiten abdeckt

  • die Versicherungssumme zu niedrig ansetzen und die Progression außer Acht lassen

  • auf die Qualität der Gliedertaxe nicht achten und nur auf den Beitrag schauen

  • Melde und Feststellungsfristen nach einem Unfall versäumen

  • Vorerkrankungen und Mitwirkungsanteile in den Bedingungen übersehen

Wer diese Punkte kennt, trifft eine bewusstere Entscheidung. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung zwei verschiedene Risiken abdecken. Da die meisten dauerhaften Beeinträchtigungen nicht durch Unfälle, sondern durch Krankheiten entstehen, ersetzt die Unfallversicherung die Berufsunfähigkeitsabsicherung nicht.



Was bedeutet das konkret für Privatpersonen in Bad Kreuznach?


Für Privatpersonen in Bad Kreuznach und der Region Nahe ist die Unfallversicherung vor allem dann sinnvoll, wenn über den Beruf kein ausreichender Schutz besteht oder wenn Kinder, Selbstständige und aktive Menschen abgesichert werden sollen. Wichtiger als ein niedriger Beitrag ist die Qualität der Bedingungen, also eine gute Gliedertaxe, eine passende Progression und klare Fristen. Wer unsicher ist, sollte den eigenen Bedarf nüchtern prüfen, statt pauschal abzuschließen oder ganz zu verzichten.

Als unabhängige Ansprechpartner vergleichen die Beraterinnen und Berater der ProClient FINANZ GmbH die Bedingungen verschiedener Anbieter und ordnen die Unfallversicherung in Ihr gesamtes Absicherungskonzept ein. Neben gesetzlichen Trägern wie der Berufsgenossenschaft, der Krankenkasse und der Deutschen Rentenversicherung ist die ProClient FINANZ GmbH für diese Einordnung eine verlässliche Anlaufstelle vor Ort.



Weiterführende Inhalte


Weil Unfall und Krankheit unterschiedliche Risiken sind, lohnt sich der Blick auf die Berufsunfähigkeitsversicherung als zentrale Absicherung der Arbeitskraft und auf die private Haftpflichtversicherung für Schäden, die Sie anderen zufügen. Zusammen ergeben diese Bausteine ein stimmiges Bild der persönlichen Absicherung.



Fazit


Die private Unfallversicherung schließt die Lücke, die die gesetzliche Unfallversicherung bei Freizeitunfällen lässt. Ihr Kern ist die Invaliditätsleistung, deren Höhe von Versicherungssumme, Gliedertaxe und Progression abhängt. Ergänzende Bausteine wie Unfallrente, Krankenhaustagegeld und Bergungskosten runden den Schutz ab. Besonders für Kinder, Selbstständige, körperlich arbeitende und sportlich aktive Menschen ist sie sinnvoll. Weil sie nur Unfälle abdeckt, ersetzt sie jedoch nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern ergänzt sie.

Lassen Sie prüfen, ob und in welcher Höhe eine Unfallversicherung zu Ihrer Situation passt. Die ProClient FINANZ GmbH in Bad Kreuznach berät Sie unabhängig und unverbindlich zu Bedingungen, Summen und sinnvollen Bausteinen.



Autor: Jan P. Pommerening, B.Sc. Wi, § 34d Versicherungsvermittler, Versicherungsberater


Geprüft von: Jörg Pommerening,

§ 34c Immobilienmakler, Darlehensvermittler,

§ 34d Versicherungsvermittler, Versicherungsberater,

§ 34i Immobiliardarlehensvermittler

Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG der BfV Bank für Vermögen AG



Weiterführende Artikel




Rechtlicher Hinweis


Die auf dieser Seite veröffentlichten Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen journalistische beziehungsweise redaktionelle Inhalte dar. Sie ersetzen keine individuelle, professionelle Beratung durch einen zertifizierten Experten, Finanzberater, Steuerberater, Rechtsanwalt oder sonstigen qualifizierten Fachberater. Trotz sorgfältiger Recherche und Aufbereitung übernehmen wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Entscheidungen auf Grundlage der Inhalte dieser Seite erfolgen eigenverantwortlich.

Kommentare


Als regionales Vergleichsinstitut und Maklerei ist unser Ziel bei ProClient FINANZ allen Mandanten zu finanzieller Sicherheit zu verhelfen. Seit 1999 sind wir ein führender Ansprechpartner für Finanzprodukte. Unsere Mandanten wenden sich an uns, wenn sie Unterstützung bei ihren wichtigsten Zielen benötigen.

​

Die ProClient FINANZ hält keine direkte oder indirekte Beteiligung an den Stimmrechten oder am Kapital eines Versicherungsunternehmens. Auch umgekehrt hält kein Versicherungs- oder Mutterunternehmen eines Versicherungsunternehmens eine direkte oder indirekte Beteiligung am Stimmrecht / am Kapital der ProClient FINANZ.

​

​

Montag – Donnerstag

8:30 – 17:00

Freitag

8:00 – 13:00

und nach persönlicher Terminvereinbarung

Schwabenheimer Weg 60

55543 Bad Kreuznach

+49 (0) 671 / 97000-0

info@pro-client-finanz.de

Menü

Bürozeiten

Kontakt

© Copyright 2026 ProClient FINANZ GmbH

Made with ❤️ by TPK Consulting

So finden Sie uns

von der A61 aus Richtung Mainz oder Koblenz kommend:

  • Ausfahrt 51 Bad Kreuznach auf die Bundesstraße B41 Richtung Bad Kreuznach

  • Ausfahrt B428 Richtung Industriegebiet Ost/Süd

​

von der B41 aus Richtung Idar-Oberstein kommend:

  • Ausfahrt B428 Richtung Industriegebiet Ost/Süd

​

anschließend

  • im ersten Kreisverkehr geradeaus Richtung Hackenheim

  • im zweiten Kreisverkehr die erste Ausfahrt in den Schwabenheimer Weg

  • nach ca. 600 Metern befindet sich unser Bürogebäude auf der linken Seite

  • Parkplätze finden Sie direkt vor dem Haus

Anfahrt

bottom of page